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Das Projekt Bürgerarbeit an Schulbibliotheken hilft Jana Solipa aus der Arbeitslosigkeit

 

THEKLA

 

Jana Solipa ist Mutter von fünf Kindern. Sie lebt in Grünau und fährt täglich mit der Bahn nach Thekla zur Arbeit. Eine Mühe, die die 47-Jährige gerne in Kauf nimmt. Denn Solipa leitet seit Januar dieses Jahres die Schulbibliothek in der Mittelschule Portitz. Und das obwohl sie keine Erfahrung in diesem Bereich hat und zuletzt vor 30 Jahren eine Bibliothek von Innen gesehen hat. Beruflich hat sie fast alles schon gemacht – von der Melkerin bis zur Gastronomin. Dann kam die Arbeitslosigkeit.

 

„Ich bin über die Bürgerarbeit hier reingerutscht“, freut sich die sympathische Leipzigerin, endlich wieder Arbeit zu haben. Und dann noch in der Schule, die sie selbst einmal besucht hat. Die heutige Schulleiterin Annemarie Rauschenbach war ihre Lehrerin. „Sie konnte sich sogar noch an mich erinnern.“

 

Mit der Bürgerarbeit nutzt die Stadt Leipzig seit September 2011 ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, um die dauerhafte Betreuung von Schulbibliotheken und Leseräumen an Schulen in kommunaler Trägerschaft sicherzustellen. Ziel ist es, arbeitslose Erwerbsfähige in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. An den Grund- und Mittelschulen,
Gymnasien sowie beruflichen Schulzentren sind 62 Leipziger eingebunden.

 

„Die Schulbibliotheken hatten wir immer schon mit arbeitspolitischen Maßnahmen besetzt. Diese liefen bisher allerdings immer nur ein Jahr und weniger. Nun ist das Projekt auf drei Jahre angelegt. Das beschert uns natürlich
ganz andere Möglichkeiten“, zeigt sich auch Michaela Benter, Leiterin Schulbibliothekarische Arbeitsstelle Leipzig, zufrieden. Neben Schulungen, bei denen Grundwissen vermittelt wird, sind nun auch vertiefende Kurse möglich. „Wir bereiten gerade einen Aufbaukurs vor.“ Dieser solle ein Recherchetraining enthalten, den richtigen Umgang mit Datenbanken oder dem Internet aufzeigen. „Wir wollen unsere Leute aber auch darin schulen, zu den richtigen Werbemitteln zu greifen, um die Bibliotheken und Lesesäle fest im Schulalltag zu etablieren.“ Denn nur hier hätten auch Kinder, die aufgrund des Elternhauses sonst keinen Zugang finden würden, die Chance, eine Bibliothek zu nutzen. „Damit bauen wir Brücken, um später auch die öffentlichen Bibliotheken nutzen zu können.“

 

Jana Solipa hat das alles bereits verinnerlicht. Sie bringt eigene Ideen ein und versucht die Kinder immer wieder auf‘s neue zu motivieren. „Die Fünftklässler sind ganz wild auf die Bibliothek, schwieriger wird es bei den Größeren.“ Die will sie nun mit einem Book Slam (Bücher-Wettstreit) begeistern. Dabei haben die Teilnehmer nur drei Minuten Zeit ein Buch zu präsentieren. Am Ende entscheidet das Publikum über die beste Kür. Uta Zangemeister

 

Info:

Die Finanzierung erfolgt aus Bundesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds – unter Zufinanzierung durch die Stadt.

 
Quelle: Leipziger Volkszeitung vom 6.Juli 2012, Stadtleben – Ausgabe Nord, Seite 6.
 
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